Geburtshelfer Baby zur Welt bringen
01.07.2007
, Autor:Ute Witt
© MensHealth.de
Pünktlich zum Feierabend bei Ihrem ersten Glas Wein setzen die Wehen ein. Der Taxifahrer heizt, was der Diesel hergibt, da haucht die werdende Mutter: „Es geht los.“ – „Das sagtest du bereits“, erwidern Sie nervös. Doch diesmal meint sie es ernst: Sie will Ihren Sohn partout auf dem muffigen Rückbank-Bezug zur Welt bringen. Trotzdem sollten Sie ihr dabei helfen:
- Die Ruhe bewahren, wir sind ja bei Ihnen. Stoppen Sie den Wagen.
- Der Taxifahrer holt per Notruf einen Arzt.
- Erinnern Sie die Gebärende daran, dass sie atmet und presst, wie sie’s gelernt hat. „Das Kind kommt von allein“, erklärt Professor Werner Rath, Direktor der Universitäts-Frauenklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe in Aachen. „Bloss nicht am Kopf zerren oder, im Falle einer Steißgeburt, an den Füßchen ziehen.“
- Aufpassen, dass der Winzling sanft landet.
- „Das Baby auf Beckenniveau der Mutter lassen, nicht hochheben. Sonst könnte Blut aus der Nabelschnur zurücklaufen und eine Blutvergiftung verursachen“, warnt der Experte.
- Das Wichtigste ist jetzt Wärme. „Nass und glitschig, wie es aus dem Mutterleib kommt, kühlt das Baby schnell ab.“ Tupfen Sie es sauber und wickeln Sie es warm ein – in eine Decke, einen Pullover, notfalls in Zeitungspapier.
- Lassen Sie den Nabel in Ruhe. Das ist nichts für fahrige Männerhände.
- Nicht erschrecken, wenn nach vier bis sechs Minuten Nachwehen einsetzen, ein schleimiger Brocken aus Ihrer Frau quillt. Das ist die Plazenta (Mutterkuchen).
